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Ein belastetes Nervensystem

11. Aug.
3 Min. Lesezeit

Wie sich das anfühlt, und wen es betrifft


Die wenigsten Menschen würden von sich sagen, ihr Nervensystem sei belastet. Sie würden sagen, sie seien müde auf eine Art, die kein Schlaf behebt.

Dass sie in Gesprächen abschweifen, obwohl sie sich konzentrieren wollen.

Dass kleine Dinge sie aus der Bahn werfen, ein voller Kalender, ein unerwarteter Anruf, ein Raum voller Menschen, während andere dieselbe Situation mühelos wegstecken. Genau das ist die Sprache eines belasteten Nervensystems, es meldet sich selten mit einem Namen, sondern mit einem Gefühl.



Wie sich das anfühlt


Ein belastetes Nervensystem zeigt sich körperlich, bevor es gedanklich fassbar wird. Der Kiefer ist angespannt, ohne dass man weiß seit wann. Die Schultern ziehen sich Richtung Ohren. Der Schlaf ist da, erholt aber nicht wirklich. Manche merken es an der Verdauung, die aus dem Takt gerät, andere an einem Herzschlag, der bei völlig harmlosen Anlässen plötzlich hochschnellt.


Emotional zeigt es sich oft als Reizbarkeit, die im Nachhinein unverhältnismäßig wirkt, als Tränen, die schneller kommen als erwartet, oder umgekehrt als eine Art innere Taubheit, ein Gefühl, neben sich zu stehen, während das Leben weiterläuft. Manche Menschen beschreiben eine ständige Wachsamkeit, als würde ein Teil von ihnen nie ganz abschalten, selbst im Urlaub, selbst am Wochenende. Andere kennen das Gegenteil, eine Erschöpfung, die sich wie Watte anfühlt, in der Entscheidungen und Kontakt zu anderen unerreichbar weit weg wirken.


Kognitiv macht sich ein belastetes Nervensystem oft als das Gefühl bemerkbar, den eigenen Gedanken hinterherzulaufen. Die Konzentration bricht ab, mitten im Satz ist der Faden weg, ein Buch liegt aufgeschlagen da, ohne dass eine einzige Seite hängen geblieben ist. Nichts davon ist ein Charakterfehler oder mangelnde Disziplin. Es ist ein System, das gerade mit mehr beschäftigt ist, als es zeigen kann.


Ein Beispiel aus dem Alltag


Der Wecker klingelt, und noch bevor die Augen richtig offen sind, greift die Hand zum Handy. Innerhalb der ersten Minute des Tages sind schon drei Nachrichten gelesen, eine Kalendererinnerung ist aufgepoppt, eine Nachricht wartet auf Antwort.


Der Körper hat noch gar nicht richtig angefangen, den Tag zu beginnen, das Nervensystem aber schon.


Auf dem Weg zur Arbeit dann die nächste kleine Welle, ein verspäteter Zug, eine Nachricht, dass sich ein Termin verschiebt, während im Kopf schon die Liste für den Nachmittag mitläuft.


Im Büro reiht sich Meeting an Meeting, dazwischen blinkt ständig eine neue Nachricht auf, die eigentlich sofortige Aufmerksamkeit verlangt, aber gerade nicht bekommen kann. Mittags wird nebenbei gegessen, während gleichzeitig eine E-Mail beantwortet wird, richtig geschmeckt hat es hinterher niemand mehr sagen können.


Keiner dieser Momente ist für sich genommen dramatisch. Zusammengenommen aber bleibt der Körper den ganzen Tag über in einem Zustand leichter Habachtstellung, kein einziger Moment, in dem er wirklich ausatmen und sich sagen darf, jetzt ist gerade nichts zu erledigen.


Am Abend ist dann diese bekannte Erschöpfung da, die sich nicht wie normale Müdigkeit anfühlt, sondern eher wie ein Motor, der zu lange auf Hochtouren gelaufen ist und jetzt selbst im Leerlauf noch nachvibriert. Genau das ist die Summe vieler kleiner, für sich harmloser Reize, die ein Nervensystem im Laufe eines ganz gewöhnlichen Tages belasten, lange bevor irgendetwas Großes überhaupt passiert ist.


Wo NCP ansetzt

Genau an diesem Punkt setzt Neuro Cohesive Practice an, nicht bei der Frage, was mit jemandem nicht stimmt, sondern bei der Frage, was das eigene Nervensystem gerade braucht, um sich sicher genug zu fühlen, um wieder Verbindung, Klarheit und Energie zuzulassen.



 
 
 

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